Kategorien
Hunde-Blog

Gewalt im Hundetraining: Ein kritischer Blick auf Methoden und Mythen

Dieser Artikel beleuchtet die Problematik der Gewalt im Hundetraining, räumt mit dem Mythos der Dominanz auf und stellt alternative, wissenschaftlich fundierte Methoden vor.

Der Mythos der Dominanz und die Wissenschaft

Die Vorstellung, dass Hunde eine strenge Hierarchie und Dominanz erfordern, ähnlich wie Wölfe, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Diese Annahme wurde jedoch nicht nur in Frage gestellt, sondern durch wissenschaftliche Forschung widerlegt.

Kurt Kotrschal, ein österreichischer Biologe und Verhaltensforscher, ist Mitbegründer des Wolf Science Centers. Das Zentrum bietet Wissenschaftlern weltweit die Möglichkeit, eine breite Palette von Forschungen durchzuführen. Es untersuch das Verhalten von Hunden und Wölfen unter ähnlichen Bedingungen und verfolgt die Mission, Hunde und Wölfe besser zu verstehen und das Wissen weiterzugeben 1.

Meghan Herron und ihr Team von der School of Veterinary Medicine an der University of Pennsylvania haben ebenfalls wichtige Beiträge zur Debatte geleistet. Ihre Forschung zeigt, dass gewalttätige Trainingsmethoden die Aggressivität bei Hunden erhöhen können 2.

Warum Menschen Gewalt anwenden

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen gewalttätige Methoden im Hundetraining anwenden. Oftmals ist es Unwissenheit oder der Glaube, schnelle Ergebnisse erzielen zu können. Manchmal wird die Anwendung von Gewalt auch durch kulturelle Normen oder persönliche Überzeugungen gerechtfertigt.

Positive Verstärkung und ihre Ablehnung

Die Methode der positiven Verstärkung wird oft abgelehnt, weil sie als zu zeitaufwendig oder ineffektiv angesehen wird. Diese Annahme ist jedoch wissenschaftlich nicht haltbar und basiert meist auf Missverständnissen oder fehlender Aufklärung.

Methoden, die Gewalt im Hundetraining aufzeigen können:

  • Leinenruck
  • Würgehalsbänder
  • Stachelhalsbändern
  • Elektrische Halsbänder
  • Physische Bestrafung
  • Einschüchterung und Anbrüllen
  • Isolation
  • Alpha-Roll (Hund auf den Rücken zwingen)
  • Futterentzug
  • Wasserstrafen (anspritzen usw.)
  • Bedrängen oder Einkreisen
  • Verwendung von Lärm als Strafe (Dosen mit Steinen wie z.B. Rütteldose)
  • Fesseln oder Anbinden

Die Wissenschaft hat gezeigt, dass gewaltfreie Methoden nicht nur ethischer, sondern auch effektiver sind. Es ist an der Zeit, dass wir diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzen und eine Kultur des Respekts und der Fürsorge für unsere vierbeinigen Freunde fördern.

Quellen

  1. Wolf Science Center
  2. Psychology Today: Is Punishment an Effective Way to Change the Behavior of Dogs?
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner